Zwei große europäische Banken verkündeten letzte Woche einen Gewinn für 2009. Die spanische Banco Santander und die Deutsche Bank veröffentlichten jeweils ein Plus in Milliardenhöhe. Damit scheint es der Finanzbranche wieder besser zu gehen. Allerdings dämpft der zweite Blick auf die Bilanzen den Enthusiasmus der Märkte. Santander hat vor allem in Brasilien und Großbritannien dazugewonnen. Die Deutsche Bank profitiert von einem steuerlichen Sondereffekt.
In der letzten Woche gaben gleich zwei große Banken einen Gewinn für das vergangene Jahr bekannt. Die spanische Banco Santander erzielte 2009 einen Nettogewinn von 8,9 Milliarden Euro. Das sind etwa 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit ist das Ergebnis des Finanzinstituts besser als von Analysten erwartet.
Grund für das Wachstum sind vor allem die Jahresergebnisse der britischen und brasilianischen Tochtergesellschaften. In Großbritannien konnten die Gewinne währungsbereinigt um 55 Prozent gesteigert werden. Um 27 Prozent erhöhten sich im vergangenen Jahr die Ergebnisse in Brasilien.
Nach Angaben von Emilio Botin, Präsident von Banco Santander, bedeutet der gute Jahresabschluss 2009 das beste Ergebnis in der Geschichte der Bank. Vor allem vier Faktoren haben seiner Meinung nach dazu beigetragen: die Konzentration auf Retail-Banking, also das Geschäft mit Privatkunden, eine breite geografische Aufstellung, ein effizientes Kostenmanagement sowie das Risikomanagement.
Deutsche Bank-Zahlen sorgen nicht für Partystimmung
Ebenfalls positive Zahlen präsentierte Deutschlands größtes Geldhaus: die Deutsche Bank. Diese wurden allerdings an den Märkten mit gemischten Gefühlen aufgenommen. 2009 erwirtschaftete die Bank einen Gewinn von fünf Milliarden Euro. Vor allem das Investmentbanking trug zu diesem Ergebnis bei.
Allerdings beruht ein Großteil des Gewinns auf einem steuerlichen Sondereffekt. Vor Steuern liegt das Ergebnis deutlich unter den Erwartungen der Analysten. Auch der mangelnde Ausblick auf die Jahre 2011 und 2012 wird von einigen Experten kritisch beäugt. Deshalb beurteilen Finanzmarktprofis den Milliardengewinn des Instituts äußerst unterschiedlich.
Positiv bewertet wird die Ende 2009 gestiegene Kernkapitalquote von 12,6 Prozent. Dagegen kritisierten einige Experten die vergleichsweise geringe Dividende von 75 Cent pro Aktie.
Nach wie vor ungewiß: die Zukunft der Banken
Dass die guten Zahlen der Großbanken an den Märkten wenig Euphorie hervorrufen, hängt auch mit den bevorstehenden Reformen im internationalen Finanzsektor zusammen. Weltweit planen Regierungen gesetzliche Einschränkungen der Geschäfte von Banken sowie eine stärkere finanzielle Beteiligung der Geldhäuser an der von ihnen verursachten Krise.
So will die US-amerikanische Regierung die sogenannte Volcker-Rule umsetzen, die nach Präsident Obamas Wirtschaftsberater Paul Volcker benannt ist. Die Reform sieht vor, die Größe von Banken zu begrenzen und den Großbanken den Eigenhandel zu untersagen.
Bislang konnte der Reformvorschlag im US-Senat zwar nicht durchgesetzt werden. Aber Demokraten und Republikaner sind sich darin einig, dass der Finanzsektor dringend reguliert werden muss.
Auch in Europa ist man sich der Notwendigkeit zusätzlicher Maßnahmen bewusst. Die Bundesregierung plant beispielsweise die Bankenaufsicht neu zu gestalten, um die Rolle der Bundesbank bei der Kontrolle der Finanzinstitute zu stärken.
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